20 Jahre L.A.S.H. asbl

1997 - 2017

Die Selbsthilfegruppe “LASH asbl – Angst und Panikhilfe” unterstützt Betroffene seit 20 Jahren

Wenn die Angst übermächtig wird

Der Puls jagt, Schwindel setzt ein, Gedanken rasen, unaufhörlich und unaufhaltsam. Der Betroffene fühlt sich überwältigt, hilf- und machtlos. Vor allem aber spürt er Angst. Es entstehen panische Gefühle, oftmals erlebt als Ohnmacht und unmittelbare Todesangst. Als Verhaltensreaktion versuchen Betroffene die Angstsituation zu verlassen und flüchten.
Ängste gehören zum Leben. Sie treten in den unterschiedlichsten Situationen und Zusammenhängen auf, weisen auf drohende Gefahren hin und haben damit eine wichtige Schutzfunktion. Kritisch wird es, wenn aus Sorgen Angststörungen werden und diese das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen. Sie isolieren sich zunehmend, vermeiden soziale Kontakte und somit das öffentliche Leben. Die Angststörung setzt eine Abwärtsspirale in Gang und kann dazu führen, dass manche Menschen in Depressionen verfallen, in eine Sucht flüchten oder einfach keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Verstärkte Ängste blockieren Gefühle und Gedanken, sie machen uns in unserem Alltag hilflos und bestimmen unser Leben. Ängste, vor auf den ersten Blick harmlosen Dingen, wie etwa vor Spinnen, Fahrstühlen, Supermärkten, Brücken, engen Räumen, aber auch Ängste vor dem Versagen, vor dem Tod, vor der Zukunft oder vor dem Alleinsein, können ernste körperliche Krankheiten nach sich ziehen. Wo aber findet der Betroffene Hilfe? Beim Psychiater? Beim Psychologen? „Beide sind sinnvolle Anlaufstellen“, verdeutlicht Josiane Paradisi. Sie selbst hat eine Angststörung. Heute aber lebt sie nahezu angstfrei, dank einer gezielten Therapie. „Aber auch dank LASH“, erzählt sie.
Im Jahr 1997, vor genau zwanzig Jahren wurde die Selbsthilfegruppe „LASH – Lëtzebuergesch Angschtstéierungenhëllef an Selbsthëllef“ von Roger Thurmes gegründet. Er selbst war Angstpatient und gründete die Selbsthilfegruppe mit dem Ziel, nach Abschluss einer Therapie im Ausland auch weiterhin Unterstützung in Luxemburg zu erhalten. „Raus aus der Isolation – Hilfe zur Selbsthilfe“ lautet folglich das Credo. Die Vereinigung wird von Psychiatern und Psychologen empfohlen und vom Gesundheitsministerium unterstützt. Des Weiteren ist LASH Mitglied der „Charte du Bénévolat“.

Sensibilisieren und Austausch von Erfahrungen

Treffen tun sich die Betroffene in der Regel einmal wöchentlich, an drei verschiedenen Standorten stattfindenden Gruppen. „Sie finden uns in Schifflingen, in Walferdingen und seit kurzem in Ettelbrück“, erklärt Josiane Paradisi. Marc Genewo, Präsident der Vereinigung, fand nach einer Therapie im Ausland den Weg zur LASH. „LASH ist wie eine zweite Familie.“ erzählt er.
Die Menschen, die sich hier treffen wissen, von was sie reden, weil sie es am eigenen Leib erfahren haben, sie müssen sich nicht erklären, weder verstecken oder sich für ihre Erkrankung schämen. Sie können sich frei begegnen, sich öffnen, sich in einem vertrauten und vertrauenswürdigen Umfeld und Miteinander austauschen, sich zuhören und Mut zusprechen. „Der Erfahrungsaustausch ist unglaublich wichtig“, betont Josiane Paradisi.
In der Gruppe können die Betroffenen lernen, die Angststörung anzunehmen und lernen, besser mit ihr umzugehen, einen Weg zu finden, ihr Leben von irrationalen Ängsten und Depressionen versuchen zu befreien. Wie schwer es für Betroffene sein kann, Hilfe zu suchen und anzunehmen wissen die Verantwortlichen von LASH nur zu gut. Betroffene können sich unter zwei Telefonnummern (52 45 90 und 59 45 90) bei der Selbsthilfegruppe melden, erste Informationen erhalten und sich für eine der drei im Land verteilten Gruppen anmelden. „Wir bieten Lebenserfahrung, Konfrontationsübungen, aber auch Fachliteratur und in regelmäßigen Abständen Entspannungstechniken an“, erläuter Marc Genewo, der davon überzeugt ist, dass je besser der Betroffene sich selbst und seine Erkrankung kennt, je besser er damit konstruktiv umzugehen weiß. Und davon überzeugt ist nicht nur der Präsident, sondern auch die besitzenden Komiteemitglieder René Biewesch, Patricia Kremer, Josiane Paradisi, Marco Quiroga, Marie-Jeanne Smolik und Liette Welter.

 

© L.A.S.H. asbl.
Tel: (+352) 52 45 90 / (+352) 59 45 90
Email: lashasbl (at) pt.lu
www.lashasbl.lu