Mein Partner leidet an einer Angststörung

Menschen die an einer Angststörung und/oder Panikattacken leiden, verändern durch die Angst ihr Verhalten, ihre Lebensqualität wird eingeschränkt. Die Probleme die sich daraus ergeben sind sowohl für den Patienten selbst als auch für seinen Partner, seine Familie und seine Freunde belastend.

Die Angehörigen möchten helfen, sind aber oft hilflos und unsicher wie sich richtig verhalten sollen.

Der Angehörige befindet sich in einem Zwiespalt:

Soll er auf die Wünsche seines Partners eingehen, ihn überall hin begleiten und ihm beistehen? Soll er ihm Besorgungen und/oder Entscheidungen abnehmen, die der Angstpatient scheinbar nicht im Stande ist selbst zu erledigen?

Tut er dies, bestätigt er so nicht die Ängste des Partners? Gibt er ihm so nicht das Gefühl dass er tatsächlich nichts kann?

Soll er nicht auf die irrealen Ängste, die manchmal übertriebenen Sorgen seines Partners reagieren, sie übergehen? Soll er versuchen so weiter zu leben wie bisher? Tut er dies, riskiert er somit nicht Streit? Betrachtet ihn sein Partner somit nicht als verständnislos, lieblos und hart?

Der Angstpatient findet Hilfe bei Ärzten, in Therapien, in Selbsthilfegruppen, er findet Leute mit denen er sich austauschen kann, über seine Ängste und Sorgen reden kann. Und der Angehörige? Meistens steht er allein da, hat niemanden mit dem er sich austauschen kann. Dabei ist die Belastung der er ausgeliefert ist manchmal so gross, dass er selbst aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Für den Angehörigen ist es oft schwer einen Weg zu finden wie er mit der Situation umgehen soll. Er spürt die Ängste des Partners nicht, auf alltägliche Situation reagiert er nicht mit irrealen Ängsten.

Er kann sich nicht in die Gefühle des anderen hinein versetzen und in seiner Hilflosigkeit ist eine erste, verständliche Reaktion, die Ängste des anderen zu bagatellisieren oder zu verdrängen. Angehörige merken dass ihr Partner ein ernstes Problem hat. Der Partner verändert sein Verhalten mit der Zeit immer mehr, der vertraute Mensch wird plötzlich ein Fremder, Gemeinsamkeiten werden weniger, die Sorgen und Ängste des Partners stehen im Vordergrund.

Der Angehörige ist betroffen über die Situation seines Partners, ist traurig, hat Mitleid mit ihm, versteht ihn nicht mehr und steht der Situation hilflos gegenüber. Seine angebotene Hilfe bringt vielleicht auch nicht die erhoffte Besserung oder der Angstpatient kann die Hilfe nicht wie gewünscht annehmen. Der Angehörige beginnt sich Sorgen zu machen wie das gemeinsame Leben weitergehen soll.

Findet der Angstpatient Hilfe bei anderen, wie z.B. bei Ärzten oder in einer Selbsthilfegruppe, kann beim Angehörigen dass Gefühl enstehen als habe er versagt, als habe er nicht genug, nicht alles getan um zu helfen, als liege alle Schuld bei ihm, dass sich keine Besserung auf seine Hilfe zeigt. Was kann der Partner einem Fremden erzählen, was er mir als seinem Partner nicht erzählen kann? Vertraut er mir nicht mehr? Unsicherheit und Missverständnisse können entstehen.